Zum Inhalt springen
krankenhausversicherung-24.de Angebot anfordern

Stationäre Psychotherapie

Stationäre Psycho­therapie: Was leistet die Kranken­haus­zusatz­versicherung?

Kein anderer Leistungsbereich ist so eng eingefasst. Die Wartezeit ist länger als sonst, die Zahl der bezahlten Behandlungstage in vielen Tarifen gedeckelt, und ausgerechnet die Fachkliniken, die für diese Behandlung in Frage kommen, fallen häufig unter eine Klausel, die eine schriftliche Zusage vor der Aufnahme verlangt. Wie weit die Tarife dabei auseinanderliegen, steht unten.

  • Tagesgrenzen aus den Tarifunterlagen ausgelesen
  • Anfrage kostenfrei und unverbindlich

Stationäre Psychotherapie: Behandlungstage je Kalenderjahr

28 Tage

je Kalenderjahr ist die knappste Grenze, die ein Tarif für die stationäre psychotherapeutische Behandlung setzt. Die weiteste liegt bei 91 Tagen.

Für die Psychotherapie gilt außerdem bei 23 Gesellschaften die besondere Wartezeit von acht Monaten.

Stationäre Psychotherapie: drei Begrenzungen auf einmal

Bei einer Hüftoperation prüft der Versicherer, ob sie notwendig war, und erstattet. Bei einer psychosomatischen Behandlung stehen drei Fragen davor: Läuft der Vertrag lange genug? Ist die Höchstzahl der Behandlungstage in diesem Jahr schon erreicht? Und liegt für das gewählte Haus die schriftliche Zusage vor? Jede dieser Fragen kann die Erstattung allein zu Fall bringen — deshalb gehören sie geklärt, bevor der Aufnahmetermin steht.

Warum gilt für die Psychotherapie eine längere Wartezeit als sonst?

Die Musterbedingungen unterscheiden zwischen einer allgemeinen Wartezeit, die für alles gilt, und besonderen Wartezeiten für einzelne Leistungsbereiche. Die Psychotherapie gehört zusammen mit der Entbindung und dem Zahnersatz zur zweiten Gruppe, und dort sind es acht Monate. Der Gedanke dahinter ist derselbe wie bei der Entbindung: Beide Anlässe sind für den Antragsteller oft absehbar, für den Versicherer nicht.

Wichtig ist eine Unterscheidung, die im Werbematerial regelmäßig untergeht. Ein Tarif, der mit dem Verzicht auf die Wartezeit wirbt, meint damit fast immer die allgemeine. Die besondere Frist für die Psychotherapie bleibt in den meisten dieser Werke bestehen — bei 23 Gesellschaften der Auswertung steht sie ausdrücklich in den Bedingungen. Nur 1 Gesellschaft verzichten auch auf sie.

Gerechnet wird ab dem Versicherungsbeginn, nicht ab der Antragstellung und nicht ab dem Datum der Police. Wer den Abschluss erwägt, weil eine Behandlung ansteht, kommt damit in aller Regel zu spät — und zwar unabhängig von der Wartezeit, weil ein bereits angeratener Aufenthalt als eingetretener Versicherungsfall gilt.

Wie viele Behandlungstage je Kalenderjahr zahlen die Tarife?

Hier gehen die Bedingungen am weitesten auseinander, und der Abstand ist beträchtlich: Die weiteste bezifferte Grenze ist das 3,3-Fache der knappsten. Aufgeführt sind die Gesellschaften, deren Unterlagen zu diesem Punkt etwas sagen; oben stehen die weitesten Fassungen.

91 Tageweiteste bezifferte Grenze je Kalenderjahr
28 Tageknappste bezifferte Grenze
7Tarife mit ausdrücklicher Tagesgrenze
11ohne Zusagevorbehalt für solche Kliniken
GesellschaftBehandlungstage je Kalenderjahrbesondere WartezeitKlausel für gemischte Anstalten
LVM 91 Tage acht Monate Zusage vorab verlangt
Advigon 45 Tage acht Monate Zusage mit Ausnahmen
HanseMerkur 45 Tage acht Monate Zusage mit Ausnahmen
Mecklenburgische 30 Tage acht Monate Zusage vorab verlangt
R+V 30 Tage — Zusage mit Ausnahmen
uniVersa 30 Tage — Zusage vorab verlangt
DEVK 28 Tage acht Monate Zusage mit Ausnahmen
ALTE OLDENBURGER keine Grenze genannt acht Monate Zusage vorab verlangt
ARAG keine Grenze genannt acht Monate Zusage mit Ausnahmen
AXA keine Grenze genannt acht Monate Zusage vorab verlangt
Allianz keine Grenze genannt acht Monate keine Zusage nötig
Barmenia keine Grenze genannt entfällt Zusage mit Ausnahmen
Bayerische Beamtenkrankenkasse keine Grenze genannt — keine Zusage nötig
Continentale keine Grenze genannt acht Monate Zusage vorab verlangt
DKV keine Grenze genannt acht Monate Zusage vorab verlangt
Generali keine Grenze genannt acht Monate Zusage mit Ausnahmen
HUK-COBURG keine Grenze genannt acht Monate Zusage mit Ausnahmen
INTER keine Grenze genannt acht Monate Zusage mit Ausnahmen
Janitos keine Grenze genannt acht Monate Zusage vorab verlangt
Münchener Verein keine Grenze genannt acht Monate Zusage vorab verlangt
NÜRNBERGER keine Grenze genannt acht Monate —
UKV keine Grenze genannt acht Monate keine Zusage nötig
VRK keine Grenze genannt acht Monate Zusage mit Ausnahmen
WGV keine Grenze genannt acht Monate keine Zusage nötig
die Bayerische keine Grenze genannt acht Monate keine Zusage nötig
ottonova keine Grenze genannt acht Monate Zusage mit Ausnahmen
vigo keine Grenze genannt acht Monate Zusage mit Ausnahmen
DA Direkt nicht eingeschlossen — Zusage vorab verlangt

Stand 18. September 2026. Wochenangaben sind in Tage umgerechnet, damit sich die Werte vergleichen lassen. Ein Strich in der zweiten Spalte heißt, dass die Unterlagen zu diesem Punkt keine Zahl nennen — dann gilt die allgemeine Regel, dass erstattet wird, solange die Behandlung medizinisch notwendig ist. Mehrere dieser Grenzen stehen im Krankenhaustagegeld einer Reihe und nicht im Wahlleistungstarif; welche Fassung greift, steht bei der jeweiligen Gesellschaft.

Warum ausgerechnet die passende Fachklinik zum Problem wird

Psychosomatische und psychotherapeutische Fachkliniken bieten neben der Akutbehandlung sehr häufig auch Rehabilitation an — beides gehört dort zum Konzept. Genau diese Verbindung macht sie zu dem, was die Musterbedingungen eine gemischte Anstalt nennen. Für eine stationäre Heilbehandlung in solchen Einrichtungen wird nach § 4 Abs. 5 MB/KK nur geleistet, wenn der Versicherer das vor Beginn der Behandlung schriftlich zugesagt hat.

In der Praxis trifft das den Einweisungsweg. Eine psychosomatische Behandlung wird selten über die Notaufnahme angetreten; zwischen Empfehlung und Aufnahmetermin liegen Wochen. Diese Zeit reicht für eine Anfrage beim Versicherer mehr als aus — man muss nur wissen, dass sie nötig ist. 11 Gesellschaften der Auswertung verzichten auf das Erfordernis ganz; bei den übrigen entscheidet der Wortlaut der jeweiligen Ausnahmen darüber, ob die vergessene Zusage folgenlos bleibt.

Zwei Grenzen, die zusammenwirken

Eine Tagesgrenze und ein Zusagevorbehalt sind für sich genommen beherrschbar. Zusammen führen sie zu dem Fall, über den am häufigsten gestritten wird: Die ersten Wochen sind gedeckt, die Zusage für das Haus liegt vor, und dann verlängert die Klinik den Aufenthalt. Für die zusätzlichen Wochen braucht es eine neue Entscheidung des Versicherers — und die will beantragt sein, solange man noch dort liegt.

Sechs Wochen in der Fachklinik: Was trägt die Tagesgrenze?

Angenommen, der Aufenthalt dauert 42 Tage, und die Klinik berechnet für das Zweibettzimmer 95 € je Tag. Das ergibt 3.990 € allein für die Unterkunft. Der Tagessatz ist eine angenommene Größe einer Wahlleistungsstation; die beiden Grenzen daneben stammen aus der Auswertung oben.

Tarif ohne bezifferte Grenze

Unterkunft über den ganzen Aufenthalt

Leistung, solange die Behandlung notwendig ist
Zimmerzuschlag, 42 Tage3.990 €
Erstattung durch den Tarif3.990 €
Rest für Sie0 €
Vorausgesetzt, die Zusage für das Haus liegt vor.

Weiteste bezifferte Grenze

Derselbe Aufenthalt, gedeckelt

91 Tage je Kalenderjahr
Zimmerzuschlag, 42 Tage3.990 €
Erstattung durch den Tarif3.990 €
Rest für Sie0 €
Darüber hinaus nur mit vorheriger schriftlicher Zustimmung.

Knappste bezifferte Grenze

Derselbe Aufenthalt, früher zu Ende

28 Tage je Kalenderjahr
Zimmerzuschlag, 42 Tage3.990 €
Erstattung durch den Tarif2.660 €
Rest für Sie1.330 €
Ein neues Kalenderjahr setzt die Zählung zurück, der Aufenthalt nicht.

Die Tagesgrenze vor dem Abschluss prüfen lassen

Sagen Sie uns, welcher Schutz Ihnen wichtig ist. Wir suchen die Bedingungen heraus, die für die stationäre Psychotherapie keine Höchstzahl an Tagen setzen.

Tarife ohne Tagesgrenze anfordern

Wie weit fragen die Anträge nach früheren psychotherapeutischen Behandlungen?

Die zweite Stelle, an der dieses Thema auftaucht, ist der Antrag — und dort geht es nicht um die Leistung, sondern um die Annahme. Psychotherapeutische und psychiatrische Behandlungen werden in den Fragebögen regelmäßig eigens genannt, und der Rückschauzeitraum reicht weiter als bei manchen körperlichen Beschwerden.

In den Antragsunterlagen von ARAG, Janitos, LKH und Münchener Verein ist diese Frage ausdrücklich formuliert. Wer sie bejahen muss, wird deshalb nicht zwangsläufig abgelehnt: Möglich sind auch ein Risikozuschlag oder ein Leistungsausschluss für diesen Bereich, und ein Ausschluss lässt den Rest des Vertrags unberührt.

Was dagegen nie funktioniert, ist das Weglassen. Eine verschwiegene Behandlung berechtigt den Versicherer unter Umständen zum Rücktritt, und zwar auch dann, wenn der spätere Leistungsfall mit ihr nichts zu tun hat. Wer unsicher ist, welche Termine überhaupt zu nennen sind, lässt sich von der eigenen Krankenkasse eine Aufstellung der abgerechneten Behandlungen geben — das ist der sicherste Weg durch den Fragebogen.

Fünf Punkte, bevor Sie einen Platz in der Fachklinik annehmen

  1. Läuft der Vertrag länger als die besondere Wartezeit?

    Acht Monate ab Versicherungsbeginn sind der Regelfall. Ein früherer Aufenthalt wird nicht erstattet, auch wenn die allgemeine Wartezeit längst abgelaufen ist.

  2. Bietet das gewählte Haus auch Rehabilitation oder Kuren an?

    Psychosomatische Fachkliniken tun das fast immer — ein Blick in ihr Behandlungsangebot genügt. Ein Ja bedeutet nur, dass vor der Aufnahme ein Schreiben vorliegen muss.

  3. Steht im Tarif eine Höchstzahl an Behandlungstagen?

    Suchen Sie nach dem Wort „Kalenderjahr“. Steht dort eine Zahl, rechnen Sie sie gegen die voraussichtliche Dauer — und klären Sie vorher, wie eine Verlängerung beantragt wird.

  4. Wird teilstationär behandelt?

    Für Tage in der Tagesklinik gelten teils andere Regeln, besonders beim Ersatz-Tagegeld. Fragen Sie danach, bevor der Behandlungsplan feststeht.

  5. Ist die Wahlleistung überhaupt vereinbart?

    Auch in einer Fachklinik wird das bessere Zimmer schriftlich vereinbart, und auch dort gilt: vor der Leistung, nicht danach.

Ein Tarif, der auch bei längeren Aufenthalten trägt

Nennen Sie uns Ihr Alter und die gewünschte Zimmerstufe. In der Aufstellung steht neben Zimmer und Arzthonorar, welche Grenze jeder Tarif für die stationäre Psychotherapie setzt.

Angebot anfordern

Häufige Fragen zur stationären Psychotherapie im Zusatztarif

Zahlt die Krankenhauszusatzversicherung bei stationärer Psychotherapie?

Im Grundsatz ja, denn eine stationäre psychotherapeutische Behandlung ist eine Krankenhausbehandlung wie jede andere. Anders als bei einer Operation greifen hier aber gleich drei Einschränkungen nebeneinander: eine längere Wartezeit nach Vertragsbeginn, in vielen Tarifen eine Höchstzahl von Behandlungstagen je Jahr und die Klausel für Kliniken, die neben der Akutbehandlung auch Kuren durchführen.

Wie lange muss der Vertrag bestehen, bevor eine Psychotherapie versichert ist?

Für die Psychotherapie gilt in den meisten Bedingungen eine besondere Wartezeit von acht Monaten, gerechnet ab Versicherungsbeginn. Sie läuft neben der allgemeinen Wartezeit und bleibt in vielen Tarifen auch dann bestehen, wenn die allgemeine Wartezeit ganz entfällt — ein Punkt, der beim Vergleich leicht übersehen wird, weil im Werbematerial nur „ohne Wartezeit“ steht.

Wie viele Behandlungstage im Jahr sind versichert?

Das unterscheidet die Tarife am stärksten. Ein Teil nennt gar keine Grenze und zahlt, solange die Behandlung medizinisch notwendig ist. Andere setzen eine Höchstzahl von Tagen oder Wochen je Kalenderjahr; darüber hinaus wird nur mit vorheriger schriftlicher Zustimmung geleistet. Weil psychosomatische Aufenthalte selten kurz sind, entscheidet diese Zahl über den größeren Teil der Rechnung.

Warum fallen psychosomatische Kliniken unter die Klausel für gemischte Anstalten?

Weil viele dieser Kliniken neben der Akutbehandlung auch Rehabilitation oder Kuren anbieten. Damit erfüllen sie die Beschreibung, an die die Musterbedingungen das Erfordernis einer vorherigen schriftlichen Leistungszusage knüpfen. Wer ohne diese Zusage anreist, steht im Streitfall mit leeren Händen da — auch wenn die Behandlung unstreitig notwendig war.

Muss ich frühere Psychotherapien im Antrag angeben?

Ja, wenn danach gefragt wird — und danach wird regelmäßig gefragt. Die Antragsformulare nennen psychotherapeutische und psychiatrische Behandlungen meist ausdrücklich und reichen dabei mehrere Jahre zurück. Eine verschwiegene Behandlung kann den Versicherer später zum Rücktritt berechtigen, und zwar unabhängig davon, ob sie mit dem Leistungsfall zusammenhängt.

Ist die Behandlung in einer Tagesklinik mitversichert?

Die teilstationäre Behandlung ist ein eigener Fall. Einige Bedingungen nennen sie ausdrücklich und stellen sie der vollstationären gleich, andere schließen für diese Tage wenigstens das Ersatz-Krankenhaustagegeld aus. Weil gerade in der Psychosomatik häufig tagesklinisch behandelt wird, lohnt der Blick auf dieses Wort vor dem Abschluss.

Die Klausel, die hier so oft im Weg steht, ist unter gemischte Anstalten aufgeschlüsselt. Ab welchem Datum die Fristen laufen, erklärt Ab wann greift die Krankenhauszusatzversicherung. Eine Übersicht aller Ausschlüsse gibt Wann zahlt die Krankenhauszusatzversicherung nicht.