Chefarztbehandlung und Wahlarzt
Chefarztbehandlung als Zusatzversicherung: Bis zu welchem Satz muss ein Tarif das Wahlarzthonorar tragen?
Das Zimmer hat einen Preis, der vorher feststeht. Das Arzthonorar hat keinen — es entsteht erst aus den erbrachten Einzelleistungen und aus einem Faktor, den der Arzt bestimmt. Genau an dieser Stelle trennen sich die Tarife, und genau hier wird aus einem kleinen Beitragsunterschied ein großer Rechnungsunterschied.
- Beträge aus dem amtlichen Gebührenverzeichnis gerechnet
- Anfrage ohne Kosten und ohne Verpflichtung
Chefarztrechnung: was beim 2,3-fachen Satz offen bleibt
194,10 €bleiben offen, wenn ein Tarif beim Regelsatz endet und der Operateur den begründeten Höchstsatz ansetzt.
Und zwar für eine einzige Gebührenziffer — die Narkose, die Assistenz, die Visiten und das Labor stehen da noch gar nicht auf der Rechnung.
Steigerungsfaktor der GOÄ: wo Tarife auseinandergehen
Wahlärztliche Leistungen werden nach der Gebührenordnung für Ärzte abgerechnet, und die kennt drei Ebenen statt zwei: den Regelsatz, den begründeten Höchstsatz und alles, was nur über eine gesonderte Honorarvereinbarung zustande kommt. Ein Tarif deckt eine dieser Ebenen ab. Welche es ist, steht in einer einzigen Zeile der Versicherungsbedingungen — und diese Zeile entscheidet über Beträge, die niemand vorher kennt.
Chefarzt oder Wahlarzt — wen bekommen Sie mit einer stationären Zusatzversicherung tatsächlich?
Im Alltag heißt die Leistung Chefarztbehandlung, im Gesetz heißt sie wahlärztliche Leistung. Der Unterschied ist kein sprachlicher. Maßgeblich ist nicht, welchen Titel jemand trägt, sondern ob der Krankenhausträger ihm das Recht eingeräumt hat, seine Leistungen gesondert zu berechnen. Das Krankenhausentgeltgesetz spricht deshalb von angestellten oder beamteten Ärzten des Hauses, „soweit diese zur gesonderten Berechnung ihrer Leistungen berechtigt sind".
Praktisch heißt das zweierlei. Sie sichern sich die Behandlung durch einen bestimmten, besonders erfahrenen Arzt — nicht durch irgendeinen Chefarzt irgendeines Hauses. Und Sie bekommen dafür keine Pauschale in Rechnung gestellt, sondern eine Auflistung einzelner Gebührenziffern, deren Höhe sich aus einer festen Rechenregel ergibt. Wer diese Regel kennt, erkennt an einem Tarifblatt in zehn Sekunden, wie weit der Schutz reicht.
Wie entsteht ein Wahlarzthonorar aus Punktzahl, Punktwert und Steigerungsfaktor?
Jede ärztliche Leistung trägt im amtlichen Gebührenverzeichnis eine Nummer und eine Punktzahl. Diese Punktzahl wird mit dem Punktwert von 5,82873 Cent vervielfacht; das ergibt den einfachen Gebührensatz. Erst der dritte Schritt ist beweglich: Der Arzt bestimmt einen Steigerungsfaktor. Punktzahl und Punktwert stehen fest, der Faktor nicht — und deshalb ist er die einzige Stellschraube, die über die Höhe der Rechnung entscheidet.
Für diesen Faktor gelten drei Ebenen, nicht zwei. Das ist der am häufigsten übersehene Punkt der ganzen Materie, weil Werbetexte gern nur vom „3,5-fachen Satz" sprechen und den Eindruck erwecken, damit sei das Ende der Fahnenstange erreicht.
| Ebene | Was sie voraussetzt | Was danach noch offenbleiben kann |
|---|---|---|
| bis zum 2,3-fachen Satz | nichts — das ist der Regelfall der Gebührenordnung | jede begründete Steigerung darüber |
| 2,3- bis 3,5-facher Satz | Besonderheiten bei Schwierigkeit, Zeitaufwand oder Umständen der Ausführung, schriftlich auf der Rechnung begründet | alles, was über eine Honorarvereinbarung läuft |
| über den 3,5-fachen Satz | eine schriftliche Honorarvereinbarung, vor der Leistung im Einzelfall persönlich abgesprochen | die Differenz zur tariflichen Obergrenze — vollständig |
Die dritte Ebene hat stationär eine enge Grenze, die man kennen sollte: Eine Honorarvereinbarung ist bei vollstationärer Behandlung nur für Leistungen zulässig, die der Wahlarzt höchstpersönlich erbringt. Für Narkose, Strahlendiagnostik, physikalisch-medizinische Leistungen und das gesamte Labor ist sie ausgeschlossen. Wer Ihnen also vor einer Operation ein solches Schriftstück vorlegt, darf darin nur die eigenen Handgriffe aufführen.
Honorarvereinbarung nach § 2 GOÄ: der Pflichtsatz
Das Schriftstück muss die Feststellung enthalten, „daß eine Erstattung der Vergütung durch Erstattungsstellen möglicherweise nicht in vollem Umfang gewährleistet ist". Diese Zeile ist kein Formelkram: Sie beschreibt exakt den Fall, für den es den Tarifbaustein „auch über die Höchstsätze hinaus" überhaupt gibt.
Eine vierte Regel senkt alle diese Beträge. Bei vollstationärer, teilstationärer sowie vor- und nachstationärer Behandlung sind die berechneten Gebühren einschließlich der Zuschläge um 25 Prozent zu mindern; bei Belegärzten und niedergelassenen Ärzten sind es 15 Prozent. Der Grund ist einleuchtend: Sach- und Personalkosten stecken bereits in der Fallpauschale, die das Krankenhaus abrechnet. Ohne die Minderung würden Sie dasselbe zweimal bezahlen.
Was kostet die Chefarztbehandlung bei einer Hüftoperation — 2,3-fach, 3,5-fach oder darüber?
Rechnen lässt sich das für jede Leistung, die im Gebührenverzeichnis steht. Als Beispiel dient die Hüft-Totalendoprothese, Gebührennummer 2151, bewertet mit 3.700 Punkten. Die vorletzte Spalte ist der Betrag, den eine Praxis ambulant berechnen dürfte; die letzte Spalte ist der Betrag, der nach der stationären Minderung tatsächlich auf der Klinikrechnung landet.
| Steigerungsfaktor | Was ihn rechtfertigt | Gebühr | Stationär nach Minderung |
|---|---|---|---|
| 1,0-fach | einfacher Gebührensatz | 215,66 € | 161,75 € |
| 2,3-fach | Regelhöchstsatz ohne Begründung | 496,02 € | 372,02 € |
| 3,5-fach | Höchstsatz mit schriftlicher Begründung | 754,82 € | 566,12 € |
| 5,0-fach | nur per Honorarvereinbarung; der Faktor ist hier eine Annahme, weil die Gebührenordnung nach oben keine Grenze zieht | 1.078,32 € | 808,74 € |
Punktzahl aus dem amtlichen Gebührenverzeichnis, Punktwert aus der Gebührenordnung selbst; die Eurobeträge sind daraus gerechnet, nicht geschätzt. Sie gelten für eine Ziffer. Was am Ende auf dem Bündel Rechnungen steht, entsteht aus Dutzenden solcher Positionen.
Tarif endet beim Regelsatz
Erstattung bis 2,3-fach
| Gebühr Nr. 2151, stationär | 566,12 € |
| Tarifliche Obergrenze | 372,02 € |
| Erstattet werden | 372,02 € |
| Rest zu Ihren Lasten | 194,10 € |
Tarif deckt den Gebührenrahmen
Erstattung bis 3,5-fach
| Gebühr Nr. 2151, stationär | 566,12 € |
| Tarifliche Obergrenze | 566,12 € |
| Erstattet werden | 566,12 € |
| Rest zu Ihren Lasten | 0,00 € |
Vorher unterschriebene Vereinbarung
Tarif endet trotzdem bei 3,5-fach
| Honorar laut Vereinbarung | 808,74 € |
| Tarifliche Obergrenze | 566,12 € |
| Erstattet werden | 566,12 € |
| Rest zu Ihren Lasten | 242,62 € |
Welche Erstattungsgrenze steht in Ihrem Angebot?
Wir stellen Ihnen die Tarife nebeneinander, in denen der Wahlarztbaustein bis zum Höchstsatz oder darüber hinaus reicht.
Aufstellung anfordernWie viele Gesellschaften erstatten über die GOÄ-Höchstsätze hinaus?
Die Erstattungsgrenze steht in den Versicherungsbedingungen jedes Tarifs — und sie ist die Zahl, an der nach einer Operation vierstellige Beträge hängen. So verteilen sich die 38 Gesellschaften mit eigener stationärer Zusatzversicherung auf die drei Stufen:
- auch über den Höchstsatz hinaus 32
- bis zum 3,5-fachen Satz 3
- nur bis zum 2,3-fachen Satz 1
Die oberste Stufe ist damit keine Seltenheit: 32 der ausgewerteten Gesellschaften tragen auch eine Honorarvereinbarung mit, das sind rund 84 Prozent. Aufmerksamkeit verdient die Gegenrichtung: Bei eine von ihnen endet die Erstattung schon beim Regelsatz — dort greift die Lücke aus der ersten Rechenkarte bei jeder begründeten Steigerung, und begründete Steigerungen sind im Operationssaal die Regel und nicht die Ausnahme.
| Erstattung reicht | Anzahl | Gesellschaften |
|---|---|---|
| auch über den Höchstsatz hinaus | 32 | Advigon, Allianz, ARAG, AXA, Barmenia, Bayerische Beamtenkrankenkasse, Concordia, Continentale, DA Direkt, DFV, die Bayerische, DKV, ERGO, Generali, Hallesche, HanseMerkur, HUK-COBURG, INTER, Janitos, LKH, Mecklenburgische, Münchener Verein, NÜRNBERGER, ottonova, R+V, SDK, SIGNAL IDUNA, UKV, uniVersa, VRK, WGV, Württembergische |
| bis zum 3,5-fachen Satz | 3 | Debeka, LVM, VGH |
| bis zum 2,3-fachen Satz | 1 | DEVK |
Stand 18. September 2026. Die Einordnung folgt dem Wortlaut der jeweiligen Bedingungen. Innerhalb einer Gesellschaft können einzelne Tarifstufen abweichen — die Einzelheiten stehen bei der jeweiligen Gesellschaft.
Warum werden aus einer Wahlarztunterschrift mehrere Arztrechnungen?
Wer die Wahlarztvereinbarung unterschreibt, bucht keinen Arzt, sondern eine Kette. Das steht so im Krankenhausentgeltgesetz und wird beim Aufnahmegespräch selten erläutert, obwohl die Vorschrift sogar ausdrücklich verlangt, dass in der Vereinbarung darauf hingewiesen wird.
§ 17 Abs. 3 Satz 1 KHEntgG
„Eine Vereinbarung über wahlärztliche Leistungen erstreckt sich auf alle an der Behandlung des Patienten beteiligten angestellten oder beamteten Ärzte des Krankenhauses, soweit diese zur gesonderten Berechnung ihrer Leistungen […] berechtigt sind, einschließlich der von diesen Ärzten veranlassten Leistungen von Ärzten und ärztlich geleiteten Einrichtungen außerhalb des Krankenhauses; darauf ist in der Vereinbarung hinzuweisen."
Nach einer Hüftoperation liegen deshalb regelmäßig mehrere Belege im Briefkasten: einer vom Operateur, einer von der Anästhesie, einer von der Radiologie, einer vom Labor, womöglich einer von einer hinzugezogenen Praxis außerhalb des Hauses. Jeder dieser Belege trägt eigene Ziffern und eigene Steigerungsfaktoren. Und jeder wird an derselben tariflichen Obergrenze gemessen.
Daraus folgt die eigentliche Rechnung dieser Seite. Die Lücke aus der Beispielziffer ist kein Einzelbetrag, sondern ein Muster, das sich über die ganze Kette wiederholt. Wer den Wahlarztbaustein nur bis zum Regelsatz versichert hat, trägt diesen Abstand nicht einmal, sondern bei jeder abgerechneten Leistung erneut — und erfährt davon erst, wenn die Behandlung längst vorbei ist.
Was gilt, wenn nicht der Chefarzt selbst operiert hat?
Hier steckt der wirksamste Prüfpunkt, den Patienten in der Hand haben. Die Gebührenordnung knüpft den erhöhten Gebührenrahmen ausdrücklich an die persönliche Leistung:
§ 5 Abs. 5 GOÄ
„Bei wahlärztlichen Leistungen, die weder von dem Wahlarzt noch von dessen vor Abschluß des Wahlarztvertrages dem Patienten benannten ständigen ärztlichen Vertreter persönlich erbracht werden, tritt an die Stelle des Dreieinhalbfachen des Gebührensatzes […] das 2,3fache des Gebührensatzes und an die Stelle des Zweieinhalbfachen des Gebührensatzes […] das 1,8fache des Gebührensatzes."
Zwei Merkmale müssen beide erfüllt sein, und beide werden häufig verkürzt wiedergegeben. Der Vertreter muss ständiger Vertreter sein, und er muss Ihnen vor dem Abschluss des Wahlarztvertrages namentlich benannt worden sein. Ein handschriftlicher Zusatz am Aufnahmetag genügt dafür nicht, ein allgemeiner Hinweis auf „den jeweiligen Vertreter" ebenso wenig.
Fehlt eines von beidem, sinkt die zulässige Obergrenze von selbst — aus dem 3,5-fachen wird der 2,3-fache Satz, aus dem 2,5-fachen der 1,8-fache. Das ist kein Kulanzthema, sondern geltendes Recht, und es lässt sich an der Rechnung ablesen: Wer operiert hat, steht im Operationsbericht.
Was bringt eine Krankenhauszusatzversicherung mit Chefarzt-Behandlung?
Durch eine Krankenhauszusatzversicherung erhalten Sie bei stationären Krankenhausaufenthalten eine höherwertige Versorgung, die Sie über die normalen Krankenkassen Leistungen nicht erhalten. Im Gegensatz zur regulären Unterbringung in einem Mehrbett-Zimmer (mit 3-6 Betten), können Sie mit einer Krankenhauszusatzversicherung in einem 1-Bett-Zimmer oder 2-Bett-Zimmer untergebracht werden. Wenn Sie statt in einem 1-Bett-Zimmer in einem 2-Bett-Zimmer untergebracht werden, profitieren Sie von einem noch günstigeren Beitrag der Krankenhauszusatzversicherung.
Zudem beinhalten Krankenhauszusatzversicherung Tarife eine freie Arztwahl in dem von Ihnen gewählten Krankenhaus. Sie können sich somit auch vom Chefarzt persönlich behandeln lassen, ohne dass Sie zusätzliche Kosten zahlen müssen, solange die Arztrechnung die im Tarif vereinbarte Erstattungsgrenze nicht übersteigt.
Damit ist eine individuelle und hochwertige Behandlung durch ausgesuchte Spezialisten möglich. Auch für stationäre Operationen übernimmt die Krankenhauszusatzversicherung die hierfür anfallenden Kosten.
Worauf kommt es beim Vergleich von Chefarzt-Tarifen an?
Durch unseren Krankenhauszusatzversicherung Vergleich erhalten Sie eine Auswahl der besten Tarife mit Chefarzt-Behandlung. Wichtig sind dabei vor allem folgende Leistungen:
- Unterbringung im Einzelzimmer / Doppelzimmer
- Chefarzt-Behandlung bzw. Wahlarzt-Behandlung
- Erstattung über die Höchstsätze der Gebührenordnung (GOÄ)
- freie Krankenhauswahl, inkl. Privatklinik
- Transportkosten
- Ambulante Aufnahme- und Abschlussuntersuchung
- „Rooming-in": Erstattung von Unterbringungs-Kosten, wenn der Partner oder das Kind im Krankenhaus begleitet werden soll
- Ambulante Operationen
Wir vergleichen für Sie die Anbieter einer Krankenhauszusatzversicherung mit Chefarzt-Behandlung. Auf Wunsch vergleichen wir für Sie alle aktuellen Krankenhausversicherungen und ermitteln dabei die für Sie besten und günstigsten Tarife.
Wie prüfen Sie eine Wahlarztrechnung, bevor Sie sie einreichen?
Eine private Arztrechnung ist nachvollziehbar aufgebaut. Vier Fragen decken die Fehler auf, die am häufigsten vorkommen — und sie lassen sich beantworten, ohne Medizin studiert zu haben.
- Steht bei jedem Faktor über 2,3 eine Begründung?
Die Steigerung muss für die einzelne Leistung schriftlich begründet sein, und zwar verständlich. Ein aufgedruckter Standardsatz auf allen Positionen erfüllt das nicht.
- Hat der Wahlarzt oder sein benannter ständiger Vertreter die Leistung erbracht?
Wenn nicht, gilt statt des 3,5-fachen der 2,3-fache Satz. Den Namen finden Sie im Operationsbericht und im Entlassungsbrief.
- Ist die stationäre Minderung abgezogen?
Bei vollstationärer Behandlung müssen die Gebühren samt Zuschlägen um ein Viertel gemindert sein. Rechnen Sie an einer Position nach — der Abzug muss sichtbar sein.
- Gibt es eine Honorarvereinbarung, und deckt sie wirklich diese Leistung?
Ohne Vereinbarung ist oberhalb des 3,5-fachen Satzes nichts zu zahlen. Stationär darf sie außerdem nur Leistungen erfassen, die der Wahlarzt selbst erbracht hat.
Den Arzt wählen, ohne die Rechnung zu fürchten
Sagen Sie uns Ihr Alter und bis zu welchem Satz der Wahlarztbaustein reichen soll. Sie bekommen die passenden Tarife als schriftliche Aufstellung, mit der Erstattungsgrenze im Klartext.
Angebot anfordernHäufige Fragen zur Chefarztbehandlung und zum Wahlarzthonorar
Ist Chefarztbehandlung dasselbe wie Wahlarztbehandlung?
Gemeint ist dieselbe Wahlleistung, doch der juristische Begriff ist der genauere. Abrechnen darf nicht, wer eine bestimmte Stellung innehat, sondern wem der Krankenhausträger das Liquidationsrecht eingeräumt hat. Das kann der Leiter der Abteilung sein, ebenso gut aber ein Oberarzt mit eigener Sprechstunde. Wer genau liquidieren darf, steht in der Vereinbarung, die Sie bei der Aufnahme unterschreiben.
Darf der Arzt den Steigerungsfaktor frei wählen?
Nein, er muss ihn nach billigem Ermessen bestimmen und sich dabei an Schwierigkeit, Zeitaufwand und den Umständen der Ausführung orientieren. Bis zum 2,3-fachen Satz genügt das ohne weitere Erklärung. Wer darüber hinausgeht, muss die Besonderheit auf der Rechnung schriftlich begründen — und zwar für die einzelne Leistung, nicht pauschal für den ganzen Beleg.
Was muss in einer Honorarvereinbarung stehen, damit sie wirksam ist?
Sie muss vor der Leistung in einem Schriftstück getroffen werden, nach persönlicher Absprache im Einzelfall, und sie muss Nummer und Bezeichnung der Leistung, den Steigerungssatz und den vereinbarten Betrag nennen. Dazu kommt die Feststellung, dass die Erstattung durch Erstattungsstellen möglicherweise nicht in voller Höhe gewährleistet ist. Weitere Erklärungen darf das Schriftstück nicht enthalten.
Der Oberarzt hat operiert, nicht der benannte Wahlarzt — was heißt das für die Rechnung?
Dann greift eine Regel, die viele Patienten nicht kennen: Erbringt weder der Wahlarzt noch sein vorher namentlich benannter ständiger Vertreter die Leistung persönlich, sinkt die zulässige Obergrenze vom 3,5-fachen auf den 2,3-fachen Satz. Steht auf einer solchen Rechnung trotzdem der höhere Faktor, ist das ein Einwand, den Sie vor der Zahlung erheben sollten.
Reicht ein Tarif bis zum 3,5-fachen Satz, oder brauche ich die Stufe darüber?
Für Rechnungen innerhalb der Gebührenordnung reicht der 3,5-fache Satz vollständig aus, denn höher darf ohne Vereinbarung niemand gehen. Die Stufe darüber greift erst, wenn Ihnen vor einem Eingriff eine Honorarvereinbarung vorgelegt wird — was vor allem bei gefragten Operateuren vorkommt. Wer diese Möglichkeit offenhalten will, sollte den Baustein von Anfang an wählen; nachträglich verlangt jede Gesellschaft dafür eine neue Gesundheitsprüfung.
Der Arzt ist die eine Hälfte der Entscheidung, das Haus die andere: Welche Klinik ein Tarif trägt und wann er vorher eine Zusage verlangt, steht unter freie Krankenhauswahl.