Zum Inhalt springen
krankenhausversicherung-24.de Angebot anfordern

Betriebliche Krankenversicherung

Kranken­haus­zusatz­versicherung über den Arbeitgeber: Was passiert beim Jobwechsel?

Ein Zusatzschutz, den die Firma bezahlt, oft ohne Gesundheitsfragen und ohne Wartezeit — das ist ein gutes Angebot, solange man dort arbeitet. Der entscheidende Satz steht nicht im Leistungsblatt, sondern im Arbeitsvertrag: Der Schutz hängt am Arbeitsverhältnis. Was am Tag danach gilt, entscheidet sich vorher.

  • Steuerliche Einordnung nach § 8 EStG, Fortführung nach § 207 VVG
  • Anfrage kostenlos und unverbindlich
Angestellte bespricht Unterlagen mit einer Personalmitarbeiterin
Zusatzversicherung über den Arbeitgeber: Leistungsumfang und Bedingungen des betrieblichen Angebots prüfen.

Betriebliche Krankenversicherung: steuerfreier Sachbezug je Monat

50 €

je Mitarbeiter und Kalendermonat bleiben Sachbezüge nach § 8 Absatz 2 EStG außer Ansatz — in dieser Grenze steckt der ganze Reiz der betrieblichen Lösung.

Es ist eine Freigrenze, kein Freibetrag: Ein Euro darüber macht den vollen Monatsbetrag steuer- und beitragspflichtig.

Versicherungsnehmer ist die Firma, versicherte Person sind Sie

Das ist die bauliche Besonderheit und zugleich die Erklärung für alles Weitere. Den Vertrag schließt der Arbeitgeber, er zahlt den Beitrag und er kann ihn beenden. Sie sind versicherte Person, nicht Vertragspartner — Ihre Rechte ergeben sich deshalb nicht aus dem Vertrag selbst, sondern aus dem Gesetz. Das wichtigste davon ist das Recht, den Schutz nach dem Ausscheiden als eigenen Vertrag fortzusetzen.

Was eine betriebliche Krankenversicherung von einem eigenen Vertrag unterscheidet

MerkmalÜber den ArbeitgeberEigener Vertrag
Versicherungsnehmer der Arbeitgeber Sie selbst
Wer den Beitrag zahlt die Firma, häufig vollständig Sie, aus versteuertem Einkommen
Gesundheitsprüfung im Gruppenvertrag häufig ausgeschlossen in der Regel erforderlich
Wartezeit im Gruppenvertrag oft aufgehoben je nach Tarif keine oder drei Monate
Leistungsumfang vom Rahmenvertrag vorgegeben, keine eigene Wahl frei aus dem Markt gewählt
Laufzeit gebunden an das Arbeitsverhältnis unbefristet, nur von Ihnen kündbar
Eintrittsalter zählt erst, wenn Sie den Vertrag übernehmen wird beim Abschluss festgeschrieben

Die vorletzte Zeile ist der Kern und wird selten ausgesprochen: Ein Gruppenvertrag ist kein Vertrag, den Sie behalten, sondern einer, an dem Sie teilnehmen. Solange die Teilnahme läuft, ist sie meist besser als jede Einzellösung — kostenlos, ohne Prüfung, ohne Frist. Sie baut aber nichts auf, was Ihnen gehört.

Der Leistungsumfang folgt derselben Logik. Welche Zimmerstufe versichert ist und bis zu welchem Steigerungssatz das Wahlarzthonorar getragen wird, hat der Arbeitgeber mit der Gesellschaft vereinbart. Ob das Ihren Vorstellungen entspricht, lässt sich am Leistungsblatt prüfen — und an den Maßstäben, die für jeden stationären Tarif gelten: Zimmerstufe, Honorargrenze, Regelung zu gemischten Anstalten.

Warum es auf den Unterschied zwischen Sachlohn und Barlohn ankommt

Der steuerliche Vorteil der betrieblichen Lösung steht und fällt mit einer Weichenstellung im Arbeitsvertrag. Können Sie vom Arbeitgeber ausschließlich Versicherungsschutz verlangen und keine Geldzahlung, liegt Sachlohn vor — und dann greift die Freigrenze des § 8 Absatz 2 EStG. Bekommen Sie dagegen Geld, um sich selbst zu versichern, ist es Barlohn und in voller Höhe steuer- und beitragspflichtig.

Praktisch heißt das: Der Arbeitgeber muss Versicherungsnehmer sein und den Beitrag direkt an die Gesellschaft zahlen. Ein Zuschuss auf das Gehaltskonto erreicht denselben Versicherungsschutz, kostet aber Steuern und Sozialabgaben.

Sachlohn

Beitrag unter der Freigrenze

Firma ist Versicherungsnehmer, Beitrag 28,90 € im Monat
Aufwand des Arbeitgebers28,90 €
Steuerpflichtiger Arbeitslohn0 €
Sozialabgaben darauf0 €
Bei Ihnen ankommender Wert28,90 €
Die Lohnsteuerfreiheit lässt nach der Sozialversicherungsentgeltverordnung auch die Beiträge entfallen.

Freigrenze gerissen

Sachbezüge zusammen über 50 €

Beitrag 28,90 € plus ein Gutschein über 10 €
Sachbezüge des Monats38,90 €
Steuerfrei davon0 €
Steuerpflichtiger Arbeitslohn38,90 €
Folgevoll abgabenpflichtig
Nicht der überschießende Teil wird versteuert, sondern der gesamte Monatsbetrag.

Barlohn

Zuschuss aufs Gehaltskonto

Sie schließen den Vertrag selbst ab
Zuschuss des Arbeitgebers28,90 €
Steuerfrei davon0 €
Steuerpflichtiger Arbeitslohn28,90 €
Dafürder Vertrag gehört Ihnen
Teurer im Monat, aber unabhängig vom Arbeitsverhältnis — und mit eingefrorenem Eintrittsalter.

Der angesetzte Monatsbeitrag von 28,90 € ist der mittlere Beitrag der stationären Zusatztarife mit Zimmerstufe im Eintrittsalter vierzig; ein Gruppenvertrag wird anders kalkuliert. Die Zahl dient der Größenordnung, nicht der Angebotsrechnung.

Zwei Monate: Das Zeitfenster nach dem Ausscheiden

Endet die Gruppenversicherung, weil der Arbeitgeber kündigt oder weil Sie das Unternehmen verlassen, gibt § 207 Absatz 2 des Versicherungsvertragsgesetzes den versicherten Personen ein eigenes Recht. Sie können das Versicherungsverhältnis — wörtlich — „unter Anrechnung der aus dem Vertrag erworbenen Rechte und der Alterungsrückstellung“ zu den Bedingungen der Einzelversicherung fortsetzen. Dieses Recht endet zwei Monate, nachdem Sie von der Beendigung Kenntnis erlangt haben.

  1. Vor der Kündigung Leistungsblatt besorgen

    Lassen Sie sich Tarifname, Tarifstufe und Gesellschaft schriftlich geben, solange Sie noch im Unternehmen sind. Nach dem Austritt ist diese Auskunft mühsamer zu bekommen.

  2. Tag des Ausscheidens Ende der Teilnahme

    Der Schutz endet mit dem Arbeitsverhältnis, nicht erst mit dem nächsten Beitragstermin. Ein Klinikaufenthalt in der Lücke ist nicht gedeckt.

  3. Innerhalb von zwei Monaten Fortsetzung erklären

    Die Frist läuft ab Kenntnis der Beendigung. Erklären Sie die Fortsetzung schriftlich und lassen Sie sich den Eingang bestätigen — die Frist ist kurz und sie ist eine Ausschlussfrist.

  4. Danach Neuabschluss zum heutigen Alter

    Wer die Frist verstreichen lässt, steht wie jeder andere Antragsteller da: mit dem Eintrittsalter von heute und mit einer Gesundheitsprüfung.

Was die Fortsetzung kostet

Ihr Alter am Tag der Übernahme

Angerechnet wird, was im Gruppenvertrag für Sie gebildet wurde — bei einem Vertrag ohne Alterungsrückstellung ist das wenig. Der Einzelbeitrag richtet sich dann nach den Bedingungen der Einzelversicherung, und die kennen Kollektivrabatte nicht. Wer mit fünfundfünfzig ausscheidet, übernimmt den Schutz zu den Konditionen eines Fünfundfünfzigjährigen. Wie stark das ins Gewicht fällt, steht unter Beitrag im Alter.

Daraus folgt eine unbequeme, aber nützliche Erkenntnis: Die betriebliche Lösung ist ein Geschenk für die Jahre, in denen sie läuft, und kein Ersatz für einen eigenen Vertrag, wenn der Schutz dauerhaft stehen soll. Wer beides kombiniert — früh einen eigenen Vertrag mit niedrigem Eintrittsalter und daneben die Firmenleistung —, hat den Schutz doppelt, aber auch den Anschluss gesichert.

Wie viel kostet ein eigener Vertrag zu Ihrem heutigen Alter?

Wir rechnen Ihnen den Beitrag für Ihren Jahrgang aus — als Vergleich zur Firmenlösung oder als Anschluss danach.

Eigenen Beitrag berechnen lassen

Sechs Fragen an die Personalabteilung

  1. Welche Gesellschaft und welcher Tarif stehen hinter der Zusage?

    Ohne Tarifnamen lässt sich der Leistungsumfang nicht prüfen und der Anschlussvertrag später nicht sauber beantragen.

  2. Welche Zimmerstufe ist versichert?

    Viele Gruppenverträge decken das Zweibettzimmer. Ob Ihnen das genügt, entscheiden Sie mit denselben Überlegungen wie bei einem eigenen Vertrag — Einbettzimmer oder Zweibettzimmer.

  3. Bis zu welchem Steigerungssatz wird das Wahlarzthonorar getragen?

    Diese Zeile entscheidet im Ernstfall über vierstellige Beträge. Die Systematik dahinter steht unter Chefarzthonorar über dem 3,5-fachen Satz.

  4. Sind Familienangehörige einbezogen?

    Manche Rahmenverträge lassen die Mitversicherung von Partnern und Kindern zu, teils gegen eigenen Beitrag. Das ist häufig der günstigste Zugang, den es für die Familie gibt.

  5. Was gilt bei Elternzeit, längerer Krankheit oder Kurzarbeit?

    Ruht das Arbeitsverhältnis, ruht mitunter auch die Teilnahme. Lassen Sie sich sagen, ob der Schutz in diesen Zeiten bestehen bleibt.

  6. Welches Fortführungsrecht sieht der Rahmenvertrag vor?

    Das gesetzliche Recht aus § 207 VVG besteht ohnehin. Viele Rahmenverträge gehen darüber hinaus und sagen eine Fortführung ohne erneute Gesundheitsprüfung zu — das gehört schriftlich geklärt, bevor es darauf ankommt.

Wer die Antworten hat, kann die Firmenleistung einordnen wie jedes andere Angebot: als eine Stufe unter vielen, mit ihren Stärken und ihrer einen Schwäche. Wie sich der stationäre Schutz in die übrige Absicherung von Arbeitnehmern einfügt, steht unter Krankenhauszusatzversicherung für Angestellte.

Firmenschutz heute, eigener Vertrag für die Jahre danach

Nennen Sie uns Ihren Jahrgang und was der Gruppenvertrag abdeckt. Sie erhalten die passenden eigenen Tarife als schriftliche Aufstellung.

Angebot anfordern

Häufige Fragen zur Krankenhauszusatzversicherung über den Arbeitgeber

Was passiert mit dem Schutz, wenn ich den Arbeitgeber wechsle?

Der Gruppenvertrag endet für Sie, weil er am Arbeitsverhältnis hängt. § 207 Absatz 2 des Versicherungsvertragsgesetzes gibt Ihnen aber das Recht, das Versicherungsverhältnis unter Anrechnung der aus dem Vertrag erworbenen Rechte und der Alterungsrückstellung zu den Bedingungen der Einzelversicherung fortzusetzen. Dafür haben Sie zwei Monate ab dem Zeitpunkt, zu dem Sie von der Beendigung erfahren.

Muss ich den Beitrag des Arbeitgebers versteuern?

Als Sachbezug bleibt er steuerfrei, solange die Vorteile insgesamt 50 Euro im Kalendermonat nicht übersteigen. Sachbezug ist er dann, wenn Sie aus dem Arbeitsvertrag ausschließlich Versicherungsschutz verlangen können und nicht stattdessen eine Geldzahlung. Zahlt der Arbeitgeber Ihnen einen Betrag aus, damit Sie selbst eine Police abschließen, ist es Barlohn — und dann steuerpflichtig.

Gilt die Freigrenze je Vertrag oder je Mitarbeiter?

Je Mitarbeiter und Kalendermonat, und sie umfasst alle Sachbezüge zusammen. Wer neben der betrieblichen Krankenversicherung noch einen Tankgutschein oder ein Sachbezugsguthaben erhält, muss beides addieren. Ein einziger Euro über der Grenze macht den gesamten Betrag des Monats steuerpflichtig — es ist eine Freigrenze, kein Freibetrag.

Gibt es die betriebliche Variante ohne Gesundheitsfragen?

In Gruppenverträgen ist der Verzicht auf die Gesundheitsprüfung verbreitet, weil das Kollektiv das Risiko ausgleicht und eine Mindestzahl teilnehmender Mitarbeiter vereinbart wird. Zugesagt ist er damit aber nicht automatisch — maßgeblich ist der Rahmenvertrag, den Ihr Arbeitgeber geschlossen hat. Fragen Sie in der Personalabteilung nach dem Leistungsblatt zum Vertrag.

Lohnt sich die betriebliche Variante gegenüber einem eigenen Vertrag?

Solange das Arbeitsverhältnis läuft, fast immer — der Schutz kostet Sie nichts und kommt oft ohne Prüfung. Die Rechnung ändert sich beim Ausscheiden: Dann zählt das Eintrittsalter, das Sie an diesem Tag haben. Wer früh einen eigenen Vertrag hält, friert ein niedriges Eintrittsalter ein, das die betriebliche Lösung nicht liefert.

Ob Beiträge zu einem eigenen Vertrag steuerlich geltend gemacht werden können, ist eine eigene Frage — sie steht unter Krankenhauszusatzversicherung steuerlich absetzbar.